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Archiv der Kategorie Pilatus 2007
16.8.2007 von shanne2685.
Weiter unten findet Ihr die Word Version mit Bildern!!! Unbedingt anklicken!!
Geschrieben in Pilatus 2007 | Keine Kommentare »
Der Pilatus ruft!!!
16.8.2007 von shanne2685.
Pilatus Wanderung
Liebe Leserin lieber Leser am Bildschirm und an den Bildschirminnen,
in meiner letzten Urlaubswoche wollte ich noch mal ein klein wenig wandern gehen, was lag da näher als mal den Hausberg der Luzerner, nämlich den Pilatus zu besteigen. Diesmal wollte ich von der Talstation bis ganz hoch laufen. Der Tag war Sonnendurchflutet und somit genau richtig für eine zünftige Wanderung.
Um 10 Uhr traf ich in Kriens auf einer Höhe von 513m ein. Meine Entscheidung nicht mit der Gondel zur Zwischenstation zu fahren, wurde bestärkt durch die lange Warteschlange am Kassenhäuschen. Also rein in die Bergstiefel, Rucksack umgeschnallt, vorher noch dick Sonnencreme auf die weiße Haut und los geht es. Mein Ziel, der Pilatus liegt in 2106m Höhe, also nur noch 1593 Höhenmeter zu überwinden.
Zu Beginn und bis zur Mittelstation, ist der Weg recht einfach und gut ausgebaut, gelegentlich eine leichte Steigung und meist im Schatten verlaufend. Trotzdem merke ich wie der Planet von oben strahlt, der Schweiß läuft und die Sonnencreme mir in die Augen. Schon nach kurzem Aufstieg lege ich meinen Rucksack wieder ab um mich ins Safari Kostüm zu werfen, Hosenbeine abgezippt, Mütze auf den Kopf und Sonnenbrille auf die Nase. So kann es weiter gehen. Auf dem Wegweiser zum Gipfel stehen als Richtzeit 5Std 50Min.
Bei der Mittelstation angekommen, bin ich schon total durchnässt. Unterwegs liefere ich mir immer wieder Überholmanöver mit einer Dame um die 50., auch sie läuft alleine und so wie es aussieht nicht zum ersten Mal. Bis zum Gipfel werden wir uns noch oft überholen, natürlich sprechen wir nicht miteinander. Wenn jemand alleine läuft akzeptiert man diese Entscheidung und schweigt. Jemand der alleine läuft sucht die Einsamkeit des Berges um seinen Gedanken nachzuhängen, Philosophisch zu werden, der Sinn des Lebens… ihr wisst schon.
Ich brauch viel Wasser, ab und an mache ich einen kurzen Stopp um zu Fotografieren, es nervt, ich brauche eine kleinere Kamera für solche Ausflüge. Fast ein Kilo Zusatzgewicht und das ständige rauf und runter des Rucksacks kosten Kraft und Zeit. Wieder überholt mich die Dame, der Windsog der sich hinter ihr bildet wirft mich fast von den Beinen, die ist fit.
An der zweiten Mittelstation, treffe ich auf die, die mit der Gondel fahren. Touristenströme ergießen sich über das Gebiet. Die Gondel spuckt dickbeleibte Rauchende, Sandalen tragende, laute Menschen aus. Hier oben können sie sich selbst feiern, um das zu unterstützen hat man einen kleinen Erlebnispark aufgebaut. Der größte Hochseilgarten der Zentralschweiz und eine Sommerrodelbahn laden ein, außerdem gibt es noch ein Drachenmoor, das Wahrzeichen des Pilatus ist ein Drache. Der Hochseilgarten würde mich sehr reizen, leider habe ich keine Zeit, ich muss weiter, der Berg ruft.
Vorbei mit der Schonzeit, jetzt wird es Alpin. Über Alpenwiesen geht es in den Fels. Vom starken Regen noch aufgeweicht, geben die Matschigen Wiesen meinen neuen Bergschuhen endlich das Aussehen eines erfahrenen Bergsteigers, endlich! Stolz zeige ich immer meine Stiefel hoch wenn mir wieder ein Wanderer begegnet, begleitet mit einem freundlichen Grüzi. Mit vom Schlamm bedeckten Waden geht es jetzt steil Bergauf, vorbei mit Schatten. Hinter mir erstreckt sich ein unglaubliches Panorama, mit Sicht bis runter ins Rheintal, bei klarem Himmel ist mit Sicherheit auch Leibstadt zu erkennen und damit die Signalwolke für Waldshut.
Ich muss mir mein Wasser einteilen, ich überhole die Dame, es fällt mir schwer. Immer steiler geht es auf Glitschigen Felsen den Berg hoch, dabei Kreuze ich immer wieder einen Gebirgsbach der mir etwas Wasser bietet. Ich halte an zum Fotografieren, wobei das Fotografieren eher ein Vorwand ist um eine kleine Pause einlegen zu können, die Beine brennen, die Dame überholt mich.
Ich habe noch nichts gegessen, das merke ich jetzt massiv. Meine Energie schwindet, ich hätte kurz vor der Wand essen sollen, ein großer Fehler. Endlich finde ich etwas Schatten und kann meinen Bergkäse und meine Landjäger in die Brennkammer stopfen. Das war höchste Zeit, ich gönne mir noch ein paar Minuten Rast und beobachte die anderen Wanderer. Es sind nicht zu viele, aber du siehst einfach alle Arten. Verrückte die hier noch mit Turnschuhen laufen oder ohne jegliche Verpflegung. Aber auch solche die das nicht zu ersten Mal machen und mit ihren Skistöckchen in einem unglaublichen Tempo den Berg hoch rennen. Die ohne Ausrüstung und Verpflegung sehe ich wenig später total Erschöpft aufgeben, selbst Schuld, der Abstieg wird hart werden.
Ansonsten sehe ich jetzt nur noch Bergsteiger mit Sehnen durchzogenen Waden, Natur Gegerbter Haut, starrem Blick- also Menschen wie mich.
Ja okay, ich gebe zu ich will nicht mehr, jeder Schritt jede noch so kleine Stufe brennt in den Füßen und Schenkeln. Mein Blick schweift über die unglaubliche Aussicht, neben mir in der Wand ist eine große Geröllhalde, da bewegt sich was, kann jemand so krank sein und da hoch gehen. Ich bin beeindruckt und schaue immer wieder hinüber ob der jenige nicht doch irgendwann um Hilfe ruft.
Endlich sehe ich mein Ziel, wenigstens etwas Motivation, ich kämpfe mich immer bis zur nächsten Kurve. Ein vollkommen in schwarz Gekleideter Mann taucht neben mir auf. Nanu, wer bist Du denn? „ICH BIN DER TOD:“ oh, ka….. , „IST NICHT SCHLIMM, SO REAGIEREN DIE MEISTEN MENSCHEN:“ cke. Und was machst Du hier Tod? „ICH BEGLEITE DICH“ Ähm, werde ich denn sterben? „NEIN, DU HAST EINE NAHTODERFAHRUNG“ Eine Nahtoderfahrung, aha und ich werde sicher nicht sterben? „ NEIN…. ALSO, HALT NICHT HEUTE“ Was hast Du denn da für ein Buch. „ACH ETWAS LEKTÜRE WÄHREND ICH SO NEBEN DIR HERSCHWEBE, NAHTODERFAHRUNGEN SIND IMMER ETWAS LANGWEILIG FÜR MICH. SO ICH MUSS WEG, DIE SANDUHR VON JEMANDEN IST ABGELAUFE, MACHS GUT.“ Ja Tschüß dann. Komischer Kerl.
Hui hui, es wird Zeit das ich ankomme, die Sonne hat mein Hirn zusammengeschmolzen. Ich komme an eine kleine Kappelle, links geht es zweihundert Meter zu einem Gipfelkreuz, das ist mir zu anstrengend. Rechts geht es zum Gipfel, 40 Min zeigt die Wegtafel, in der Mitte geht es ins Tal, 3std 30min zeigt die Wegtafel, ich überlege ernsthaft umzudrehen. Die Nahrung die ich zuvor aufgenommen habe ist schon verbrannt, der Blick ist schummrig, ich muss weiter. Jetzt ist es nicht mehr schön, das Skistöckchen bewaffnete Pärchen kommt mir von oben im Affentempo entgegen. Die laufen wieder runter, die waren schon oben?!? Jeder Schritt wird zur Tortur, die Luft ist dünn und lässt kaum Sauerstoff in den Lungen, die Sonne brennt auf die Nasse Haut. Endlich komme ich zu dem Gatter welches die Zivilisation von der Bergwelt trennt. Die ersten Touristen begegnen mir, ich schwanke auf die jetzt zementierten Stufen. Die Touris schauen ungläubig. Da kann man auch zu Fuß hoch?
Ich bin oben! Geschafft in ziemlich genau 4 Stunden! Ich bin stolz, so schlimm war es gar nicht. Doch jetzt gibt es Kulturschock, eben noch stille und weite, jetzt Horden von Japanern, Italienern, Russen, Amerikanern, Israelis…….. Ich bin kaum hier und schon genervt. Dann freue ich mich wieder, denn der Luzerner Bierbrauer hat eine Zapfanlage aufgestellt, man wirft drei Franken ein und Zapft eiskaltes Bier gebraut mit dem Gletscherwasser des Pilatus. Besonderer Gag, über der Zapfanlage stürzt ein Gebirgsbach hinunter, wenn man jetzt sein Bier zapft, hört der Wasserfall auf zu laufen. Das Bier verdunstet schon während des Trinkens und ist sehr lecker.
Ein paar Japaner sind über die Absperrung geklettert um Fotos auf den Felsen zu machen. Einer setzt sich hin und fängt an zu schreien, Panikattacke, seine Freunde gehen weiter. Schließlich gesellen sich ein paar Bergvögel zu dem jungen Mann, jetzt ist ganz vorbei, er schreit den halben Berg zusammen. Ein Italiener neben mir schüttelt den Kopf: „ Nippon nada.“ Seine Freunde retten ihn.
Jetzt treffe ich auch die Dame wieder, wir kommen ins Gespräch. Sie erzählt mir das sie hier einmal die Woche hochsteigt und auch sonst andauernd im Berg ist. Sie hat zum Aufstieg eine kleine Abkürzung genommen, über die Geröllhalde. Hut ab!
Jetzt ab in die Gondel und zurück ins Tal. Die Abfahrt ist lang und ich merke, dass ich sehr kaputt bin, aber Stolz es von ganz unten geschafft zu haben und das in einer wie ich finde wirklich guten Zeit. Ein schöner Tag neigt sich dem Ende, jetzt noch schön Wurstsalat essen mit den Patenkids und deren Erzeugern und noch ein zwei Bier zur Belohnung. Der Pilatus ist von Waldshut nur 1,5 Std. entfernt, ich komme wieder.
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Der Pilatus ruft!!
16.8.2007 von shanne2685.
pilatus-wanderung.doc Die Word Version, hier gibt es auch tolle Bilder zum Text!!!
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