Archive für 18.5.2008

Die Zigarre aus Honduras

 

Das Wetter in Irland macht was es will. Heute morgen sah es aus als ginge die Welt unter und ich war wirklich am frieren. Nach dem ich mich dann etwas gelangweilt durch den Vormittag gemogelt hatte (einzige Ausnahme war ein wenig Skype mit Netzwerkjäger und Lamm Anita), hatte ich mich entschlossen doch noch das Haus zu verlassen und mich ein wenig an der Küste mit Motivation auf zu laden.

 

Und ich wurde belohnt, denn ich hatte genau den Zeitpunkt des Wetterwechsels erwischt. Tolle Stimmungen an der Küste und später dann draußen auf der Terrasse. Doch der Reihe nach……

 

Mein Weg führte mich heute nach Tramore. Nette Küsten „Stadt“, an dem sich die Einheimischen ihren Familien Nachmittag gönnten. Ein Rummel gab es und viel Trubel. Was mich so langsam wirklich an nervt ist der Schmutz der einen in fast allen Orten erwartet. Der Witz ist, das einen fast jeder Ire fragt ob man das Land für schmutzig hält, vor allem nach dem man sie mit in die Schweiz genommen hat. Nachdem man ihnen dann durch die Blume sagt, das ja. Bestätigt einem jeder das sie sich dafür schämen, doch etwas dagegen zu unternehmen scheint keiner. Und das bei dieser tollen Landschaft. Naja, so ist das halt.

 

Tramore ist hier keine Ausnahme, hier könnt ihr Wellenreiten und einen dreckigen Strand genießen der sich über 5 km erstreckt und auch 30m hohe Sanddünen bietet. Spielhallen, Jahrmarktsbuden, Fastfoodläden und andere Touristen schröpfende Unterhaltung gibt es hier, es ist wohl der Belebteste Küstenort hier an der Waterford Linie, aber mit Nichten der Schönste. Also schnell wieder weg.

 

Daheim auf meinem Landsitz, habe ich mich dann der Ernährung gewidmet und ich habe meine erste Zigarre auf meinem Freisitz genossen. Es galt ein neues Rezept für Chilli con Carne zu erfinden. Es ist mir gelungen. Frisches Steak Gulasch, vermengt mit Französischem Rotwein, Honig, Oregano, Zwiebeln, Knoblauch, Mais, Kreuzkümmel, Tomaten, Bohnen (die nicht in ein Mexikanisches Chilli gehören) und einen Schuss Honig. Das ganze 1 Stunde köcheln lassen. Hmmmm lecker.

 

Diese eine Stunde gibt einem Gelegenheit eine Zigarre aus Honduras den Mund mit vielen neuen Geschmacksformen verwöhnen zu lassen. Die Honduranischen Zigarren werden heute meist von Exil Kubanern hergestellt und diese vollbringen wahre wunder, denn Sie schaffen es in dem Land mit eher Rauem Klima, eher milde aber sehr hochwertige Tabake zu fertigen, die dann zur Würzung häufig ein importiertes Deckblatt bekommen.

 

Ich gab heute der „Flor de Selva Fino“ die Ehre. Sie ist eine Toro, Länge 153mm Durchmesser 19mm, der Filler aus Honduras, das Umblatt aus Honduras, jedoch das Deckblatt aus Ecuador. Sie ist schwach glänzend und hat eine Oberfläche mit feiner Aderung. Die Einlage ist locker und sehr gleichmäßig. Der Rauch hat eine Milde Würze und im Geschmack ist sie leicht süßlich mit starken Bienenwachsaromen. Und das beste: Sie braucht genau so lange zum Rauchen, wie das gute Chilli zum Kochen braucht. Also eine perfekte Zigarre. Und der Kenner mag mich jetzt schlagen, aber ich habe dazu ein Cider mit Eiswürfeln getrunken, welches wie ich finde, sehr gut harmonierte. Der Preis liegt bei rund 11 SFr.

 

Dabei schaute ich über meinen Wimbledon Rasen und beobachtete wie die Vögel, hier im Vogelschutzgebiet, sich an den Würmern labten, die Harry gestern für sie frei geschnitten hat. So darf ein Sonntag sein, Süß und fein. Harry hat zu zeit alle zwei Wochen Hunger, das grüne Zeugs wächst wie ab. Ich denke über die Anschaffung eines Aufsitzrasenmähers nach, ich muss da mal mit dem King sprechen :) . Doch so manch einer wäre über das schöne grün meines Grases echt froh. Auf Grund der Größe des Anwesens musste ich jetzt einige Golfer vertreiben. Der eine faselte etwas von Tigger und Holz oder so, was weiß ich, komische Leute diese Golfer wenn man Ihnen einen Elefantentöter unter die Nase hält.

 

So denn liebe Freunde des leichten Lebens, bis nächste Woche und möge die Macht mit Euch sein……… Hui dieses Cider!

 

 

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