Archive für 3.1.2008

Gedanken zur neuen Welt

Was es bedeutet ein neues Leben zu beginnen kann ich so noch nicht sagen, doch muss man sich mit Sicherheit aller Romantischen Vorstellungen und auch vor allem seiner rosaroten Brille entledigen. Es erschrickt mich wenn ich die Berichte im TV sehe, über Familien die in ein neues Leben gehen, mit offensichtlich nichts als Ihrer blühenden Fantasie von einem unschuldigem, von Feen und Elfen strotzendem Land im Gepäck. Einem Land, von dem wir alle seit Menschheit gedenken träumen- dem Schlaraffenland.


Es ist doch nicht Sinnvoll, nur weil man vielleicht mal einen Staat ein Land einen Kontinent, während eines Urlaubs Kennenlernen durfte, davon auszugehen das sich in diesen kurzen Eindrücken bereits das Leben widerspiegelt wie es in der Realität stattfindet. Bestes Beispiel dafür wird wohl derzeit Kenia sein, auch ein Land in dem viele Deutsche noch die große Freiheit wittern. Doch das Leben sieht anders aus, die Nachrichten liefern die Bilder. Menschen die vor laufenden Kameras erschlagen werden, wie kranke Tiere, fern jedweder Menschenachtung oder von Emotionen.


Man darf sich auch nicht der Vorstellung ergeben, das es in Irland oder dem Traumland keine Gewalt und keine ausgeflippten Jugendliche auf Drogen und Alkohol gebe. Doch erkennt man dieses Gesellschaftsphänomen nur, wenn man sich auch einmal die Mühe macht, hinter die Kulissen des gelobten Landes zu blicken.


Doch eines ist ein solcher Schritt mit Sicherheit, es ist ein Schritt in die richtige Richtung, egal wie dieser Schritt endet. Denn die Erfahrungen, die damit erlangt werden, sind wichtig um andere Menschen und auch sich selbst besser zu verstehen. Seine Grenzen neu zu stecken und seinem Horizont mal wieder die Möglichkeit zu geben sich aus zu strecken. Man wächst an seinen Aufgaben und am Mut der Spontaneität eine Chance zu geben. Wie viele Menschen kennt Ihr die sich selbst das Attribut geben spontan zu sein? Und wie viele werden es wirklich von sich behaupten dürfen?


Dieser Schritt den ich hier mache, geht auch an mir nicht ohne Kribbeln im Bauch vorüber, doch was ist das für ein Schritt im Vergleich zu dem Schritt, den ganz andere Menschen vor mir gemacht haben: Forscher, Abenteurer, Erstbesteiger, Entdecker, Extremsportler, Menschen die alles Aufgaben um einer Idee zu folgen, einem inneren Glauben der so Stark war das sie davon besessen schienen. Ich gehe, in ein, so hoffe ich doch, Zivilisiertes Land. Gerade mal etwas mehr als eine Flugstunde von Deutschland entfernt. Wie groß ist dieser Schritt?


Ich möchte mit dem Zitat eines großen Abenteurers aus der Familie von großen Abenteurern, der Familie Piccard enden.



„Denn wenn wir in unserem Leben die Höhe verändern wollen, müssen wir unbedingt auch all unsere vorgeblichen Sicherheiten, unsere Paradigmen, unsere Dogmen und anderen festgefügten Überzeugungen über Bord werfen. Wir müssen uns selbst in Frage stellen, unsere eingefahrenen Denk- und Verhaltensmuster verändern und uns neuen Ideen öffnen, die uns eine andere Wahrnehmung erlauben…. Die Höhe zu wechseln hieße, eine neue innere Freiheit zu entwickeln, unsere panische Angst vor dem Unbekannten loszuwerden und die Illusionen zu begraben, wir könnten selbst über die Richtung der Winde bestimmen….”



Soweit Bertrand Piccard. Denn was weiß ich was in einem, in fünf, in zehn Jahren sein wird, doch ich weiß das es Spannend wird, denn ich werde dem Wind die Chance lassen, meine Richtung zu beeinflussen.


© S. Hannemann

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